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Moderne Blechblasinstrumente

Die heute gebräuchlichen Blasinstrumente werden nach praktischen Gesichtspunkten zusammengefasst; zu den Instrumenten des Sinfonie- und Opernorchesters und zu den Instrumenten der Bläserorchester.

Blechblasinstrumente des Orchesters

Die Hauptinstrumente sind:

  • Horn oder Waldhorn,
  • Trompete,
  • Posaune,
  • Basstuba oder Tuba

Selten werden im Orchester weitere Blechblasinstrumente wie die Wagner-Tuben (Waldhorntuben), Kornett, Tenorhorn u. a. verlangt.

Im Sinfonie- und Opernorchester sind 2, 3, 4 oder gelegentlich 8 Hörner vertreten. Die Hornisten des Orchesters spezialisieren sich auf den höheren oder tieferen Tonbereich des Horns; der 1. und 3. Hornist spielen ein »hohes Horn«, der 2. und 4. ein »tiefes«. Die Trompeten sind meist zwei- oder dreifach besetzt. Die Posaunen wurden erst im 19. Jahrhundert in das Orchester aufgenommen und dann meist dreifach besetzt. Auch die Basstuba wurde erst im 19. Jahrhundert in das Orchester eingeführt.

Solistische Aufgaben haben vor allem Hornisten und Trompeter. In der Kammermusik wirkt fast nur das Horn mit, da sich sein Klang besonders gut mit dem der anderen Instrumente mischt.

Das Horn oder Waldhorn hat einen weichen, aber zugleich vollen Klang. Die Haltung des Instruments - der Schalltrichter weist beim Spiel nach hinten - erklärt sich aus der Geschichte des Hornspiels: vor der Erfindung des Ventilhorns, vor allem in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts, veränderte der Spieler die Tonhöhe dadurch, dass er eine Hand in die Stürze schob. Diese »Stopftechnik« wurde mit den Ventilen überflüssig, die Hand blieb aber in der Stürze. Das Ventilhorn - 1814 erfunden, 1818 patentiert - konnte sich im Laufe des 19. Jahrhunderts erst allmählich durchsetzen.

Vor der Erfindung der Ventile war es notwendig, für jede Tonart das entsprechende Horn zu haben, für F-dur wurde ein Horn mit dem Grundton F verwendet usw. Noch heute werden in den Partituren deshalb Hörner der unterschiedlichsten Stimmungen notiert, ebenso wie bei den Trompeten. Wie bei den Trompeten hat sich aber heute ein Standardinstrument durchgesetzt, mit dem alle Hornpartien gespielt werden; erst durch die Ventile ist dies möglich geworden. Das Standardhorn ist das Horn in F. Es bleibt dem Spieler überlassen, die Hornstimme entsprechend zu transponieren.

Das Horn wird heute in zwei Ausführungen gespielt, einmal das Horn in F, bevorzugt aber das Doppelhorn in F/B. Beim Doppelhorn kann der Hornist mit einem Ventil die Schallröhre verkürzen, so dass aus dem Horn in F ein Horn in B wird, ein Horn also, das eine Quarte höher steht. Hohe Töne können damit sicherer gespielt werden; noch größer ist die Treffsicherheit im hohen Register beim Doppelhorn in F/f.

In Wiener Orchestern, die den sogenannten Wiener Klangstil verfolgen, wird das Wiener Horn in F gespielt, ein Einfachhorn mit etwas engerer Mensur und kleinerer Stürze. Es ist heller im Klang und zeigt einen deutlicheren Klangunterschied zwischen piano und forte, ist aber schwerer zu spielen.

Die Trompete ist das Instrument mit dem höchsten Tonbereich innerhalb der Blechblasinstrumente. Ihre Schallröhre ist - abgesehen von der Stürze - eng und zylindrisch; zusammen mit dem Kesselmundstück ergibt das einen hellen Klang bei guter Treffsicherheit. Standardinstrument ist die Trompete in B, für relativ hoch liegende Partien wird oft die Trompete in C bevorzugt. Wie beim Horn werden in den Partituren Trompeten in den verschiedenen Tonarten notiert; der Trompeter muss beim Spiel entsprechend transponieren. Zwei verschiedene Ventilsysteme sind in Gebrauch; die klassische deutsche Trompete hat eine sogenannte Zylindermaschine, amerikanische und französische Trompeten verfügen über eine Périnetmaschine. Die Jazztrompete ist durch eine weniger ausladende Stürze und ein engeres Mundstück gekennzeichnet.

Als Nebeninstrument der Trompetenfamilie werden vor allem bei der Aufführung von Barockmusik mit modernen Instrumenten kleine Trompeten in verschiedenen Stimmungen (D, Es, Hoch-B) gespielt. In den Werken Richard Wagners, Richard Strauss', Igor Strawinskys und Leoš Janáčeks findet man Partien für Basstrompeten. Die Aida-Trompete ist eine langgestreckte Trompete, die Giuseppe Verdi speziell für die Bühnenmusik seiner Oper ›Aida‹ anfertigen ließ.

Die Posaune ist wie Horn und Trompete eng mensuriert, das Mundstück ist kesselförmig wie bei der Trompete. Als einziges Blechblasinstrument hat sie statt der Ventile einen sogenannten Zug. Ein Teil der Röhre kann kontinuierlich herausgezogen oder eingeschoben werden. Das ermöglicht auch ein »Schleifen« zwischen zwei Tönen. Gelegentlich werden im Blasmusiksektor auch Ventilposaunen gespielt; sie haben eine ähnliche Gestalt wie die Posaunen ohne Ventil.

Früher wurden Posaunen in mehreren Größen gespielt: Diskant-, Alt-, Tenor- und Bassposaune. Heute versteht man unter »Posaune« eigentlich nur die Tenorposaune und die Tenor-Bassposaune. Die anderen Größen werden nur noch selten gespielt.

Die Tenor-Bassposaune oder Quartposaune ist ähnlich wie das Doppelhorn ein doppeltes Instrument. Während aber beim Doppelhorn mit dem Normalinstrument ein hohes Instrument gekoppelt ist, wird bei der Posaune das Normalinstrument (Tenorposaune) um ein tieferes Instrument erweitert. Durch ein zusätzliches Ventil und eine etwas weitere Mensur wird der Tonbereich nach unten hin wesentlich erweitert. Er entspricht etwa dem der Basstuba.

Die Basstuba, auch einfach Tuba genannt, hat ein becherförmiges Mundstück, die Mensur ist weit. Der Ton ist sehr kräftig. Verglichen mit Horn, Trompete und Posaune ist die Schallstürze relativ wenig ausladend, dafür ist allerdings die Röhre selbst schon sehr weit. Es gibt auch die noch tiefere Kontrabasstuba. Die Doppeltuba ist eine Kombination aus Bass- und Kontrabasstuba. Die Orchestertuba - wie die im Sinfonieorchester verwendete Bauform heißt - hat meist sechs Ventile; dadurch erhöht sich die Reinheit der Töne.

Blechblasinstrumente der Blech- und Harmoniemusik

In Blech- und Harmonieorchestern (Blaskapellen, Feuerwehrkapellen, Polizeikapellen, Stadtkapellen usw.) werden neben den Blechblasinstrumenten, die im Sinfonieorchester verwendet werden, noch einige andere Blechblasinstrumente gespielt:

  • Kornett,
  • Flügelhorn,
  • Althorn,
  • Tenorhorn,
  • Baritonhorn,
  • Sousaphon.

Das Kornett hat die Trompetenform, ist aber etwas gedrungener. Wegen der weiten Mensur und der konischen Röhre ist sein Klang weicher und dunkler als der Trompetenklang. Der Tonumfang entspricht etwa dem der Trompete. Das Kornett wird gelegentlich auch im Sinfonieorchester gespielt. Auch in der Jazzmusik vor 1930 wurde dieses Instrument vielfach verwendet.

Flügelhorn, Althorn, Tenorhorn und Baritonhorn (Euphonium) gehören zusammen mit der Basstuba der Familie der Bügelhörner an, weit mensurierten, konischen Instrumenten mit becherförmigem Mundstück. Der Klang ist weich. Die Bügelhörner werden jeweils in mehreren Formen gebaut. Alt- und Tenorhorn existieren in allen vier Formtypen. Das macht das Unterscheiden und Wiedererkennen schwer. Flügelhorn und Kornett haben die Trompetenform.

Das Flügelhorn hat etwa den Tonumfang der Trompete und wird meist in Trompetenform gebaut; es kommt aber auch in ovaler Form vor. Das Althorn liegt im Tonumfang etwas unter dem Flügelhorn. Es wird häufig in Waldhorn- und Trompetenform gebaut; doch auch die anderen Formen können sich finden. Tenorhorn und Baritonhorn (Bariton, Euphonium) haben etwa den Tonumfang der Posaune, sie werden hauptsächlich in ovaler oder Tubaform gebaut.

Als tiefstes und Bassinstrument der Harmonie- und Blechmusik wird oft die Basstuba benutzt; sie wurde oben vorgestellt. Im Sinfonieorchester erscheint sie als »Basstuba in F« (»Orchestertuba«), in der Harmonie- und Blechmusik als ein geringfügig größeres Instrument, auch Bombardon genannt. Daneben werden die Doppeltuba und die Kontrabasstuba eingesetzt. Eine Kontrabasstuba mit sehr weiter Mensur ist der »Kaiserbass«. Außerdem wird die Tuba noch in der runden Form für Schowzwecke gebaut, als Sousaphon, das über die Schulter gehängt wird und so bequemer zu tragen ist, und als Helikon mit noch höher aufgesetzter Stürze.

Akustik der Blechblasinstrumente

Das akustische Prinzip, das der Tonerzeugung aller Blechblasinstrumente zugrunde liegt, entspricht demjenigen der Doppelrohrblattinstrumente. Das Mundstück der Instrumente ist nur dazu da, den Lippen des Spielers einen Halt zu geben. Die Lippen selbst schwingen, dabei öffnen und schließen sie sich wie die Rohrblätter periodisch. Es gibt einen für die Spielpraxis ganz wichtigen Unterschied zwischen Doppelrohrblattinstrumenten und Blechblasinstrumenten: Bei den Blechblasinstrumenten muss der Spieler die Lippen so spannen, dass sie ungefähr in der richtigen Frequenz schwingen; das geschieht vor dem Anblasen durch die gedankliche Vorstellung des richtigen Tons. Unterbleibt die richtige Einstellung der Lippenspannung, ergibt sich ein falscher Ton. Bei den Rohrblattinstrumenten steuert die schwingende Luftsäule die Schwingungen des Rohrblatts so durchgreifend, dass der jeweils gegriffene Ton mit großer Sicherheit ertönt.

Bei allen Blechblasinstrumenten kann man durch Veränderung der Rohrlänge nur wenige Töne erzeugen; entweder werden durch Ventile kurze Zusatzrohre hinzugeschaltet, oder das Rohr kann durch einen Zug in seiner Länge verändert werden. Hauptsächlich wird die Tonhöhe dadurch verändert, dass die Luftsäule im Rohr in verschiedene Schwingungszustände gebracht wird; sie wird durch erhöhte Lippenspannung dazu angeregt, nicht in ihrer Grundschwingung, sondern in verschiedenen Oberwellen zu schwingen; dabei ergibt sich die Naturtonreihe. Die Wellenlänge wird hierbei verkürzt, der Ton wird höher. Holzblasinstrumente machen sich für hohe Töne auch diese Schwingungsformen zunutze. Im einzelnen betrachtet sind die akustischen Vorgänge bei den Blechblasinstrumenten relativ kompliziert.

Die Schallstürze ist wesentlich ausladender als bei den Holzblasinstrumenten. Das ermöglicht die große Lautstärke der Blechblasinstrumente. Denn so wie ein Lautsprecher dann die größte Lautstärke abgibt, wenn er optimal an den Verstärker angepasst ist, so geben die Blechblasinstrumente mit ihren großen Stürzen wegen ihrer guten Anpassung an den Raum um sie herum die größte Lautstärke ab; sie können höchstens noch von Schlaginstrumenten übertroffen werden.

Für die Spektren der Blechblasinstrumente charakteristisch sind Formanten. Die Bereiche, die besonders verstärkt werden, liegen nur bei der Trompete über 1000 Hz.

Das Spektrum der Trompete zeichnet sich durch besonderen Teiltonreichtum aus, die Trompete gehört damit zu den klanghellsten Instrumenten des Orchesters. Schon im Piano reichen die Komponenten über 5000 Hz hinaus, im Forte bis 15 000 Hz. Der Grundton ist relativ schwach, die Lage des Hauptformanten gibt dem Klang den Vokalcharakter eines A. Auffallend ist der große Unterschied der Spektren im Piano und Forte.Die verschiedenen Dämpfer verändern die Klangfarbe ganz erheblich: der normale Dämpfer - gerade oder konisch - dämpft die Komponenten unter 1500 Hz stark ab, der Frequenzbereich, der den Klang näselnd oder quäkend macht - er liegt bei 1500 bis 2000 Hz - gewinnt dadurch an Klangeinfluss. Beim Wow-Wow-Dämpfer (Wah-Wah-Dämpfer) kann durch Veränderung seiner Lage in der Stürze die Frequenz seiner Hohlraumresonanz verändert werden, das Wort »Wah-Wah« deutet diese Klangfarbenänderung an. Bei elektrischen Musikinstrumenten wird vielfach ein elektrisches Wah-Wah verwendet. Der Hush-Dämpfer absorbiert bevorzugt die hohen Spektralanteile.

Der für das Horn kennzeichnende Hauptformant liegt zwischen etwa 400 und 500 Hz. Er kann also nur für die tiefen Töne des Horns, bis etwa c' klanfarbenbildend sein. Für Töne über c' überwiegt jeweils der Grundton, die Obertöne nehmen mit steigender Ordnungszahl verhältnismäßig gleichförmig ab. Bei den tiefsten Horntönen beträgt die Amplitude des Grundtons nur rund 10% der Amplitude des 1. Obertons.

Bei normaler Lautstärke, beim Mezzoforte also, reicht das Spektrum bei tiefen Tönen kaum bis 2000 Hz, bei hohen Tönen erweitert es sich auf 5000 Hz. Geräuschkomponenten spielen praktisch keine Rolle. Wie die Trompete zeigt auch das Horn mit zunehmender Lautstärke eine gewaltige Zunahme der Pegel höherer Teiltöne, so dass sich zwischen Pianissimo und Fortissimo ein deutlicher Klangfarbenunterschied entwickelt.

Beim Einschwingvorgang schiebt sich vor den eigentlichen Tonbeginn ein sogenannter Vorläuferimpuls wie bei der Trompete. Der Übergang von einem Ton zum nächsten kann - wenn kein Ventilwechsel damit verbunden ist - als sogenannte Lippenbindung weich, fast schleifend sein; ein Ventilwechsel erlaubt nur einen harten Tonübergang.

Die Klangeigenschaften der Posaune sind denjenigen des Horns recht ähnlich. Der die tieferen Töne kennzeichnende Formant liegt etwas höher. Das Spektrum ist obertonreicher als beim Horn, aber nicht so obertonreich wie bei der Trompete. Die Posaune entwickelt ein besonders kräftiges und dabei obertonreiches Fortissimo.

Die Tuba hat im Laufe des 19. Jahrhunderts die Bassposaune als Bass der Blechbläsergruppe ersetzt. Sie unterscheidet sich in ihrer Klangakustik aber erheblich von der Posaune und vom Horn. Das Spektrum endet bei tiefen Tönen bereits bei etwa 1000 Hz und reicht auch bei hohen Tönen nicht über 2000 Hz hinaus. Bei einer Klangeinsatzdauer, die nicht größer als bei den hohen Blechbläsern ist, zeichnet sich die Tuba durch einen präzisen, volltönigen Bassklang aus. Die unterschiedlichen Bauformen des Instruments, vor allem die Weite der Mensur, wirkt sich natürlich auf den Klangcharakter aus: je weiter die Mensur, desto obertonärmer ist das Spektrum.